Impressionen …

… und Informationen zur laufenden Ausstellung „KUNSTGESCHICHTE“

Geöffnet jeweils: Fr 16-19h, Sa 10-15h

Finissage: Sa 28.9. – 10-17 h

Im Dialog mit bekannten Werken „Alter Meister“ aus dem Kunsthistorischen Museum Wien: Alfred Bachlehner, Ruth Brauner, Birgit Fiedler, Dietmar Franz, Regina Hadraba, Peter Hofmann Gir, Richard Jurtitsch, Katja Praschak, Ulla Reithmayr, Hubert Roithner, Viktoria Popova

„Jedes Kunstwerk ist Kind seiner Zeit, oft ist es Mutter unserer Gefühle. So bringt jede Kulturperiode eine eigene Kunst zustande, die nicht mehr wiederholt werden kann.“ Wassily Kandinsky, 1912

Die Werke der „Alten Meister“ aus dem Kunsthistorischen Museum Wien, die in dieser Ausstellung als Reproduktionen zu sehen sind, entstanden zwischen den Jahren 1523 und 1668. Allein innerhalb dieses Zeitraums waren Künstler mit sehr unterschiedlichen Auftrags- und Produktionsbedingungen konfrontiert, die sich aber von jenen gegenwärtiger Kunstschaffender noch deutlich unterscheiden.

Im Dialog mit den Meisterwerken der Renaissance, des Manierismus, des Barock formulieren heute Künstlerinnen und Künstler ihre eigenen Argumente. Sie lösen bekannte Sujets aus ihrem Kontext, hinterfragen sie, definieren sie neu und bedienen sich auch künstlerischer Techniken, die den „Alten Meistern“ noch nicht zur Verfügung standen.

Die „Alten Meister“ sind als Reproduktionen (Fotos: © Kunsthistorisches Museum Wien) zu sehen:

Bartolomé Estebán Murillo (1617-1682): „Der Erzengel Michael stürzt den Teufel in den Abgrund“ (1665/68)

Pieter Bruegel d. Ä. (um 1525/30-1569): „Jäger im Schnee“ (1565) 

Pieter Bruegel d. Ä. (um 1525/30-1569): „Turmbau zu Babel“ (1563)

Johannes Vermeer (1632-1675): „Die Malkunst“ (1666/68)

Francesco Mazzola, gen. Parmigianino (1503-1540): „Selbstporträt im Konvexspiegel“ (1523/24)

Diego Rodriguez de Silva y Velázquez (1599-1660): „Infantin Margarita Teresa in blauem Kleid“ (1659)

 Giuseppe Arcimboldo (1526-1593): „Sommer“ (1563)

Folgende Künstlerinnen und Künstler sind mit Arbeiten vertreten:

 Alfred Bachlehner

In Wels/OÖ, geboren, lebt und arbeitet vorwiegend in Wien und auf der Hohen Wand. Nach dem Besuch der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz studierte er an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien das Konzertfach Kontrabass. Nebenher erarbeitete er sich eine eigenwillige bildnerische Technik und Position. Noch während seines Engagements als Orchestermusiker präsentierte Alfred Bachlehner seine Malerei und Zeichnungen in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen. Seit 1996 widmet er sich als freischaffender Künstler vorwiegend der Bildenden Kunst. http://www.bachlehner.com

Alfred Bachlehner, der sich vor allem der gegenständlichen Malerei verschrieben hat, thematisiert in seiner Arbeit zu Parmigianinos „Selbstbildnis im Konkavspiegel“ einen Moment privater Befindlichkeit und greift dafür zum vermeintlichen Kunstgriff der Spiegelung, der aber bei näherer Betrachtung doch keiner ist. Unterstrichen wird dieser beabsichtigte Effekt durch den Knick in der Leinwand. Der Titel „Trauermantel“ kann metaphorisch verstanden werden, bezeichnet aber auch die dargestellte Schmetterlingsart. Eine surreal wirkende inhaltliche Verschränkung von Tier und Mensch!

Ruth Brauner

1975 in Mödling /NÖ geboren, lebt und arbeitet in Wien und Niederösterreich;          1997- 2002 Studium der Malerei an der Universität für Angewandte Kunst Wien, Mkl. Adolf Frohner (2002 Diplom); 2000 Förderungsstipendium für Bildende Kunst;         2001 Fred Adlmüller-Stipendium; 2013 Kunstankauf des Landes Niederösterreich; weitere Sammlungsankäufe: Kulturabteilung der Stadt Wien und Universität für Angewandte Kunst Wien; Einzel- und Gruppenausstellungen. http://www.ruthbrauner.at

Augen spielen in Ruth Brauners Arbeiten eine zentrale Rolle, sie sind ein Tor zur Welt und umgekehrt, bedeuten den Zugang zum Bild, zum Innenleben der dargestellten Person. Ihr fällt es schwer, Parmigianinos undurchdringlichen Gesichtsausdruck (in: „Selbstbildnis mit Konvexspiegel) zu deuten, und so überlässt sie dies lieber den BetrachterInnen des Bildes „Selbstporträt mit konvexer Sonnenbrille beim Versuch an Parmigianino zu denken“. Der einschließende Charakter der Kreisform hat sie dazu veranlasst, sich selbst mittels Gipsbandagen einzuengen, die Sonnenbrille in der rechten Hand, und Blickkontakt zwischen ihren allerdings geschlossenen Augen und den Gläsern der Brille zu halten, auf denen man jedoch nicht ihr eigenes Gesicht erkennen kann. Bitte genau hinsehen! Den runden Konvexspiegel des Originals versteht die Künstlerin als Pupille samt Iris, die im metaphorischen Sinn als Tür ins Innere eines Menschen gedeutet werden kann. Im Bild „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ stellt sie – in Anlehnung an den Manierismus – Brille, Hand und dahinter liegendes Gesicht so dar, dass nicht klar ersichtlich ist, zu wem all dies gehört. Das Auge und die davor liegende Brille, „in der sich der Umriss einer Person schemenhaft spiegelt, haben die gleiche Größe“ (R. Brauner). Möglicherweise sind sie austauschbar. Die Frage, was real, was „Projektion“ (nur Spiegelung der eigenen inneren Welt) ist, steht im Raum. Entscheidend ist für die Künstlerin: „Das Kunstwerk braucht den Betrachter!“

Birgit Fiedler

1958 in Stade bei Hamburg geboren; lebt seit 1992 in Perchtoldsdorf/NÖ;                    1976-1978 Studium Innenarchitektur, FH Detmold; 1978-1982 Lehramtsstudium (Fächer Kunst, Werken, Technik), Staatsexamen Uni Göttingen; 1994-1997 Weiterbildung zur Mal- und Gestaltungstherapeutin, Wien; seit 1982 als Kunstpädagogin und –therapeutin im psycho-sozialen und klinischen Bereich; seit 2001 eigene Werkstatt in Perchtoldsdorf (Zeichnung, Druckgrafik und Fotografie); 1997 Gründungsmitglied des Fachverbandes der Mal- und Gestaltungstherapeuten Österreich; 2005 Gründungs- und Vorstandsmitglied von „druckwerk“; 2012 Mitglied des artP.kunstvereins; Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland; zahlreiche Preise und Auszeichnungen. http://www.birgitfiedler.at

Als Metapher für die menschliche Maßlosigkeit, Vermessenheit, Anmaßung versteht Birgit Fiedler den Turm zu Babel (zu Bruegels „Turmbau“). Drei Photopolymer-radierungen zeigen ihre Assoziationen zu diesem Thema. Entstanden sind sie aus Montagen eigener Digitalfotos diverser „Schau“plätze ganz unterschiedlicher Länder. So zeigt das mittlere Bild mit dem Titel „The Ministry of Finance Falls“ das deutsche Finanzministerium in Berlin, ein Symbol für die Finanzkrise, ein Fass ohne Boden. „Seit Jahrtausenden sind Macht und Gewinnstreben oberste Maximen.“ Die Künstlerin thematisiert „mangelndes Verantwortungsbewusstsein für globale Ökologie und Ökonomie, für sensible soziale und nationale Gefüge“ (B. Fiedler).

„Die Hybris, die uns versuchen läßt, das Himmelreich auf Erden zu verwirklichen, verführt uns dazu, unsere gute Erde in eine Hölle zu verwandeln.“ (Karl Popper, in: Das Elend des Historizismus, Vorwort zur dt. Ausgabe von 1964)

Die Beschäftigung mit ihrem „Selbst“ zeichnen Birgit Fiedlers Arbeiten zu Parmigianinos „Selbstbildnis im Konvexspiegel“ aus. Kleine, quadratische Fotos mit Ausschnitten ihres Gesichtes sind in der originalen Tiefdruckwerkstatt des Dürer-Hauses in Nürnberg entstanden, durch einen mit Flüssigkeit gefüllten, ebenfalls originalen Glaskolben hindurch. Auch das Thema „Konvex-Konkav“ spielt hier eine Rolle. Die Fotos der Serie „Schatten des Selbst“ entstanden als Form der Selbstvergewisserung und Selbstfindung. In den Lithografien mit dem Titel „Selbst am Stein“ zeigt sie sich bei der Arbeit, und zwar innerhalb eines „sonderbar historisierenden Rahmens“, den sie in einem Hotel als Spiegeleinfassung gefunden und fotografiert hat. Dabei darf ruhig auch einmal ihre wichtigste Assistentin, die rechte Hand, in den Vordergrund treten. 

Dietmar Franz

geb. 1960 in Klagenfurt; ziemlich schnell aufgewachsen in Kappel am Krappfeld (Kärnten); Autodidakt; lebt und arbeitet in Wien; Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland; zahlreiche Preise und Auszeichnungen; Verlust nahezu des gesamten Œuvres durch zwei unverschuldete Atelierbrände 2001 und 2003. http://www.ragnarhof.at/Dietmar.htm

Das Motiv der heimkehrenden Jäger (zu Bruegel: „Heimkehr der Jäger“) im linken Bildvordergrund hat Dietmar Franz für die Arbeiten seines Zyklus „Freundliche Übernahme“ übernommen. Dabei verbindet er Zitate „aus dem Fundus der Kunstgeschichte“, deren Geist und Form er respektiert, aber „liebevoll ironisch“ (D. Franz) unterläuft, mit aktuellen Positionen. Die Jäger kehren in diesem Fall nicht in eine jener Weltlandschaften, die Bruegel so gerne in seinen Zeichnungen und Gemälden festgehalten hat, zurück, sondern wie hier nach Wien, Perchtoldsdorf oder Krems. Gleich bleibt immer die Technik: eine akribisch genaue Grafitzeichnung auf kreisrunden, meist grundierten Tondi aus Sperrholz.

Da er bei der Rezeption von Bruegels „Turmbau zu Babel“ vor allem an der gesamten Umgebung des Turms interessiert ist – vermutlich ist hier die Stadt Antwerpen abgebildet, und im Vordergrund erkennt man König Nimrod – lässt der Künstler dieses Monument menschlichen Größenwahns auf seine Art aus dem Bild verschwinden.

Mit Ironie und einer Vielzahl an Zitaten nähert er sich Vermeers „Malkunst“. Ganz genau hinzusehen, lohnt sich auf jeden Fall!

Auch Parmigianinos „Selbstporträt im Konvexspiegel“ hat Dietmar Franz inspiriert. Indem er das Gesicht des berühmten Vorbildes kurzerhand durch sein eigenes ersetzt, beweist er nicht nur Selbstbewusstsein, sondern auch eine Portion Humor. Velázquez´ „Infantin Margarita Teresa in blauem Kleid“ verleiht er das Gesicht seiner Tochter Aglaia.

Regina Hadraba

1964 in Waidhofen an der Thaya geboren; 1990 Mitbegründerin der Künstlerinnengruppe Vakuum, zahlreiche Preise und Anerkennungen (Römerquelle, Innsbrucker Grafikwettbewerb, Bauholding Kunstforum, Land NÖ). Ausstellungen: Galerie Hrobsky, Wien; Galerie für Gegenwartskunst Elfi Bohrer, Schweiz; Galerie Lendl, Graz; Galerie Pehböck, OÖ; Galerie 3, Klagenfurt; Galerie Wolfrum, Wien; Galerie Lieglweg, Neulengbach; Galerie und Edition Thurnhof, Horn; Galerie Walther, Ratingen/Deutschland; Cecil R. Hunt Gallery, St. Louis; Kunst Wien, Kunst Zürich. http://www.hadraba.at

Landkarten als Mittel künstlerischen Ausdrucks zeigen sich in den Arbeiten von Regina Hadraba. In ihnen verbindet sich wissenschaftliche Vermessung mit intuitiver Gestik. Im Gegensatz zu Vermeers Karte (zu Vermeer: „Die Malkunst“), die gerollt werden konnte, verwendet sie in ihrer Arbeit „Gewidmet“ das Prinzip des Faltens, das ihr die Möglichkeit bietet, eine „Welt“ zu entfalten, aber auch leicht zu transportieren. Zusammengefügte Seiten alter Notenschriften mit Beethoven-Sonaten, die bestimmten Frauen gewidmet waren, werden mit weißer Farbe übermalt, ohne völlig verdeckt zu sein. Zarte Linien zeigen Motive des Originalbildes. Darüber legt die Künstlerin schwarze Linienbündel und –stränge – gestische Spuren ihres eigenen künstlerischen Weltbildes. Diese Technik der Monotypie entsteht durch indirektes Zeichnen auf einem mit schwarzer Ölfarbe getränkten Tuch, das auf den Untergrund gelegt wird. Als Bildgrund der noch zusammengefalteten Karte auf dem Podest dient eine aktuelle Karte der Niederlande, die beinahe den Ausmaßen der originalen „Malkunst“ entspricht.

An der Landkarte der „Malkunst“ Vermeers fasziniert die Künstlerin vor allem die präzise Ausarbeitung, die jeden Knick und jede Falte spürbar macht. Diese wurde aus neun einzelnen Kupferstichen von Claes Jansz Visscher zusammengefügt und zeigt, nach Westen ausgerichtet, die Darstellung der 17 Provinzen der Niederlande.

Peter Hofmann Gir

1953 in Wien geboren; Graphische Gewerbeschule Wien, Schüler bei Peppino Wieternik und Fritz Martinz; Experimental- und Kurzfilme, Installationen und Konzepte für Hologramme im öffentlichen Raum; Musikkompositionen im Zusammenhang mit der bildenden Kunst; Malerei, Objekte und Rauminstallationen; Ausstellungen und künstlerische Aktivitäten im In- und Ausland. http://www.peterhofmann.org

In seiner zweiteiligen Installation „Gewitter“ (zu Murillo: „Der Erzengel Michael stürzt den Teufel in den Abgrund“) greift Peter Hofmann Gir, der in seinen Werken gerne Geschichten erzählt, die bekannte Szene auf, indem er die Positionen „Gut“ und „Böse“ inszeniert. Das Foto (Fotograf: Nikolaus Similache) zeigt drei Figuren: Michael, dargestellt als Soldat, stürzt den Teufel, sein Blick „nach oben“ sucht Gewissheit für sein Handeln, daneben ein Junge, unschuldig blickend, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich lenkend. Für den Künstler ist er die eigentliche Schlüsselfigur, er trägt die Zukunft in sich, er verkörpert das, was kommt, während die beiden anderen Protagonisten bereits Geschichte sind. Während Peter Hofmann den Michael als einen Engel versteht, der auch Achtung und Respekt vor dem Gefallenen hat, zeigt er den Teufel eher ängstlich, eine Zigarette in der Hand haltend und einen roten Schuh tragend. Drei Gipsfiguren auf einem Holzpodest erzeugen Gegenspannung, hier zeigt der Junge beinahe diabolische Züge, während Michael völlig entrückt und der Teufel in der schlechtesten Position ist, er kann sich nicht mehr aufrichten. Eine Allegorie auf das Leben.

Dies ist für Peter Hofmann aber erst der Beginn einer Serie. Geplant ist sowohl die Fotodokumentation dieser Installation in einer kleinen Auflage sowie weitere Abstraktion der Figuren in mehreren Stufen, ebenfalls dokumentiert. 

Richard Jurtitsch

1953 in Wien geboren; 1968–1969 Siebdrucklehre; 1969–1972 Graphische Lehr- und Versuchsanstalt (Gebrauchsgraphik); 1972–1976 Lithographenlehre; 1987 Theodor Körner Preis, Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich; 1994 Förderungspreis des Landes Niederösterreich; Arbeitsstipendium der Stadt Wien; Einzelausstellungen und Beteiligungen im In- und Ausland; Teilnahme an internationalen Kunstmessen: FIAC Paris, ART London, ART Basel, ART Montreal, DECOUVERTES  Paris, ART Frankfurt, KUNST WIEN, Mak, ART Bodensee, ART Innsbruck, ART Zürich, viennAfair, KUNSTZÜRICH. http://www.jurtitsch.at

Richard Jurtitsch hat sich Parmigianinos „Selbstporträt im Konvexspiegel“ in altmeisterlicher Malweise genähert. Nicht nur das bekannte narzisstisch anmutende und durch den Spiegel verzerrte Sujet bildet er erneut ab, sondern er inszeniert sich unmittelbar daneben auch selbst als Maler, indem er sich vorstellt, er könnte von seinem Modell durch eine Linse betrachtet werden und umgekehrt.

Viktoria Popova

1965 in Leningrad/Russland geboren; 1978-1984 Kunstgymnasium/Matura St. Petersburg; 1985 Akademie der Bildenden Künste in St. Petersburg, Studium für Druckgrafik, Buchgestaltung, Abschluss mit Diplom; 1991-1996 Universität für Angewandte Kunst in Wien, Studium der Malerei, Meisterklasse für experimentelle Gestaltung bei Prof. C. L. Attersee, Abschluss mit Diplomnostrifizierung; öffentliche und private Ankäufe; Teilnahme an internationalen Symposien und Festivals, Teilnahme an Kunstmessen; Ausstellungen im In- und Ausland; Buchgestaltungen/Bilderbuchillustrationen, Leitung von Workshops und Kursen.

Für Viktoria Popova, die von Arcimboldos Genauigkeit und Detailreichtum fasziniert ist, geht es in „Sommer II“ (zu Arcimboldo: „Sommer“) um die Frage nach dem Verhältnis von Konkretem und Abstraktion. Ausgehend von einem digitalen Farbfoto und anfangs sehr realistischer Darstellung der Details, beginnt eine langsame Auflösung der Formen von der Bildmitte hin zu den Rändern. Ihre Fantasie verlängert den Bildausschnitt.

Katja Praschak

1967 in Wien geboren, lebt und arbeitet als freischaffende Malerin in Perchtoldsdorf; 1988 Lehramt (Pädagogische Akademie Niederösterreich, Baden); 1988-1999 Lehr-tätigkeit in Niederösterreich (Schwerpunkt: Bildnerisches Gestalten); 1992  Studium der Philosophie und Pädagogik (Uni Wien); 1996/97  Mal- und Gestaltungstherapie-ausbildung – Selbsterfahrungsjahr (MGT Wien); 2000 – 2004  Studium der Bildenden Kunst/Malerei bei Prof. A. Frohner (Universität für Angewandte Kunst Wien), 2004 Diplom mit Auszeichnung; seit 2005 Dozentin der Malakademie Niederösterreich; Ausstellungen im In- und Ausland, Beteiligung an Kunstmessen

Katja Praschak lässt in ihrer Interpretation des Michael-Motivs (zu Murillo: „Der Erzengel Michael stürzt den Teufel in den Abgrund“) den Erzengel, nachdem er Menschengestalt angenommen hat, auf der Erde landen. Der Künstlerin ist es gelungen, eben jenen Moment des Aufsetzens des Körpers im weichen Gras im Bild festzuhalten, während um ihn herum noch alles in Bewegung ist. „Lande!“ – so der Titel des Gemäldes – klingt nach einem göttlichen Auftrag.

Mythen um Maler und ihre Modelle sind uns allen bekannt. Vermeers Modelle haben sie zu einer fünfteiligen Serie mit dem Titel „Vermeer und sein Begehr“ inspiriert. Die Muse Klio aus der „Malkunst“ nimmt darin eine zentrale Position ein.

Ungeschönt und ehrlich zeigt sich die Künstlerin in ihren beiden „Selbstporträts“ (zu Parmigianino: „Selbstporträt im Konvexspiegel“) aus einer Zeit, als es ihr nicht besonders gut ging. Dabei bediente sie sich eines sehr bewegten, expressiven Malstils.

Das Malen mit Acrylfarben hilft ihr, sich mit „der inneren und äußeren Realität“ zu verbinden. Sie vergleicht beim Arbeiten kontinuierlich, „inwieweit die nicht abwägbaren Komponenten aus dem seelischen Bereich mit der äußeren Realität übereinstimmen“ und versucht, beides in Harmonie zu bringen. Ihre Bilder sind dann fertig, wenn dieser Ausgleich gelungen ist, wenn sie „stimmig“ sind. (K. Praschak) Durch das Malen verbindet sie sich mit ihrer Umwelt.

Ulla Reithmayr

1968 geboren in Wien; 2001 Diplom an der Akademie der bildenden Künste, Wien; 1999/2000 Studium an der Academia del Arte Brera, Milano, Italien; 1996 Studium an der Akademie d. Bild. Künste/Wien, MS Franz Xaver Ölzant; Fachschule für Malerei Baden/Leesdorf; zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. http://www.ullareithmayr.net

Zu ihren Arbeiten mit dem Titel „betrachtungen“ ( … das was getragen wird!) wurde Ulla Reithmayr von Velázques „Infantin Margarita Teresa in blauem Kleid“ angeregt. Beim Anblick der Infantinnenbilder des Hofmalers fühlte sie sich von Anfang an in ihrer Annahme, Mode diene als Mittel, ein Lebenskonstrukt zur Schau zu stellen, bestärkt. „Ich stelle mir vor, diesen Kinderkörper mit Röntgenaugen durch dieses ,Tragekonstrukt’ ausmachen zu können – zerbrechlich, verletzlich, kindlich und nicht makellos. Die modischen Versuche, mit ausladenden (Körper)teilen auf die weibliche Sexualität, aber gleichzeitig auf eine Art ,Schutz’wall hinzuweisen, wirkt auf mich befremdend und zweigeteilt. Der Körper(teil) hat mit dem Konstrukt(teil) nichts gemeinsam. Außer vielleicht den Erkenntnisprozess nach Konrad Lorenz: , … dass Mode etwas von der Wahrheit des Menschen enthalten muss, sonst würde sie nicht existieren’. (U. Reithmayr)

Zum Objekt „Hauskleid“ ( … das was getragen wird!):

das haus trägt das kleid trägt das haus trägt das kleid trägt das haus trägt das kleid

trägt die frau.

 Der Anfang vom Faden wird geknotet, verstrickt, gespannt, verwoben, umschlungen, verhäkelt und verbunden, somit erfüllte er seinen Zweck des Verschönerns, Betrachtens, Isolierens, Hervorhebens und Einengens. (Ulla Reithmayr)

 Hubert Roithner

1957  in Wien geboren, lebt und arbeitet in Wien; 1978-83  Studium an der Akademie der Bildenden Künste/Wien; Meisterklasse für Konservierung und Technologie, Diplom 1983 1983  Meisterschulpreis Prof. Mikl; 1988  Anerkennungspreis Land Niederösterreich; Ausstellungen im In- und Ausland

Hubert Roithner beschäftigt die Frage, ob nun nur diese Kopf-Ebene von Arcimboldos Kompositköpfen, die er auch „Pseudo“-Köpfe nennt, imaginiert ist, oder nicht auch schon die – realistisch dargestellten – Gegenstände, welche letztlich auch nur reine Farbe sind. So überlagern sich in seinen Arbeiten abstrakte Farbflächen, welche zwar autonom betrachtet werden können, aber durchaus einen Referenzboden aufweisen – in diesem Fall das Gemälde „Der Sommer“. Damit möchte der Künstler auch die mehrschichtigen Lesemöglichkeiten sowie die Hinterfragung von Realitätsebenen ansprechen.

Beitrag: M. Seif

Folgende Fotos: Brigitte Lang

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von links: Peter Hofmann Gir, Katja Praschak, Dietmar Franz, auf dem Podest: Regina Hadraba

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von links: Dietmar Franz, Richard Jurtitsch, Ruth Brauner, Birgit Fiedler

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von links: Regina Hadraba (Podest), Dietmar Franz, Richard Jurtitsch, Ruth Brauner, Birgit Fiedler, Alfred Bachlehner, Katja Praschak

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von links: Ulla Reithmayr, Hubert Roithner, Katja Praschak, Dietmar Franz, Regina Hadraba

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von links: Dietmar Franz, Ulla Reithmayr, Hubert Roithner, Katja Praschak

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von links: Regina Hadraba, Katja Praschak, Dietmar Franz, Richard Jurtitsch, Ruth Brauner

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von links: Ulla Reithmayr, Hubert Roithner, Viktoria Popova

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von links: Birigt Fiedler, Dietmar Franz

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von links: Hubert Roithner, Viktoria Popova

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